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Auflistung einiger Pressetexte

Aktionsbündnis hilft seit zehn Jahren

Netzwerk verschafft Familien im Landkreis Biberach eine Lobby

Biberach (cbk) – Das „Aktionsbündnis Familie im Kreis Biberach“ ist ein freiwilliger Zusammenschluss unterschiedlicher Einrichtungen, Verbände und Vereine, die sich um Familien kümmern. Es besteht seit nunmehr zehn Jahren. Das gemeinsame übergeordnete Ziel ist eine gebündelte Lobbyarbeit für alle Belange der Familien im Landkreis.
Hierzu sammelt aus Bündnis unter der Leitung der Caritas Biberach Informationen über direkte Hilfen für Familien vor Ort, berät über neue gesetzliche Regelungen oder Förderprogramme, unterstützt Kooperationen zwischen den einzelnen Mitgliedern und fördert lokale Bündnisse für Familien in den Kommunen des Landkreises. Anlässlich des zehnten Jahrestags der Gründung wünschen sie sich weiteren Zulauf. Landkreisweit sollen alle Organisationen, die sich um Kinder, Jugendliche oder Familien kümmern, vernetzt werden.
„Derzeit haben wir 23 Mitglieder“, sagt Josef Thanner, Geschäftsführer des Aktionsbündnisses. Diese seien neben der Caritas Region Biberach-Saulgau etwa Boehringer-Ingelheim, Bischof-Sproll-Bildungszentrum, Familienzentrum Biberach, Tagesmütterverein Kreis Biberach, Kreisjugendamt, Katholische Erwachsenenbildung. Man treffe sich vierteljährlich, so Thanner weiter; zum Austausch von Erfahrungen, aktuellen Entwicklungen oder zur Vorstellung neuer Förderprogramme. „Letztlich geht es uns um eine Vernetzung verschiedener Netzwerke“, erklärt Lucia Authaler, „immer mit dem Ziel, Familien stark zu machen.“

„Familien den Rücken stärken“
Anja Reinhalter verweist auf die Zertifizierung „Audit Beruf und Familie“ und sieht diese zunächst als Vorschusslorbeeren. Von Qualitätssicherung könne erst dann gesprochen werden, wenn konkrete Erfahrungen und Erkenntnisse bestätigen, dass Maßnahmen zur „Familienfreundlichkeit“ tatsächlich erfolgreich umgesetzt seien. Und darauf kommt es dem Aktionsbündnis Familie im Landkreis Biberach gerade an. Mit bloßen Lippenbekenntnissen sei es nämlich nicht getan. Roman Schaab formuliert zusammen mit Anja Reinhalter einen Blick in die Zukunft: „Wir wollen allen Familien im Landkreis den Rücken stärken, insbesondere in den Bereichen Bildung, Beratung und Betreuung. Und dafür brauchen wir künftig weitere Kooperationen mit Kommunen, Unternehmen, Vereinen oder Gruppierungen im ganzen Landkreis Biberach“
SZ-Laupheim vom 10. Oktober 2012


Gesundheitszustand der Kinder hat sich verschlechtert

(WELT ONLINE)

Deutschlands Kinderärzte schlagen Alarm. Die Gesundheit von Mädchen und Jungen hat sich im Vergleich zu 2000 verschlechtert. Vor allem psychische Probleme haben zugenommen. Mehr psychische Probleme, viele Verhaltensauffälligkeiten, Übergewicht: Die Gesundheit von Mädchen und Jungen in Deutschland ist in den vergangenen zehn Jahren schlechter geworden, sagen Kinderärzte in einer Umfrage. Vor allem Grundschüler zwischen sechs und acht Jahren sind nach Einschätzung der Mediziner betroffen, wie die Krankenkasse DAK in Hamburg mitteilte. Im Auftrag der Kasse hat das Forsa-Institut im April bundesweit 100 Kinder- und Jugendärzte befragt.

Ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und zu viel Zeit vor Fernseher und Computer sehen die Mediziner als größte Gefahren für die Gesundheit der Kinder. Auch eine fehlende Vorbildfunktion der Eltern stuften sie sehr häufig als Risikofaktor ein, heißt es in der DAK-Studie. Und 61 Prozent der Ärzte nannten zu wenig oder schlechten Sportunterricht an Schulen.

„Die Einschätzung der Kinderärzte ist alarmierend“, sagte Christina Sewekow von der DAK. „Die Gesundheitserziehung unserer Kinder muss in Deutschland ein stärkeres Gewicht bekommen.“

Das Konzept der Früherkennung müsse dringend überprüft und notfalls überarbeitet werden, forderte Sewekow. Es gehe aber nicht darum, die Zahl der Vorsorgeuntersuchungen auszuweiten – sondern darum, bei den Untersuchungen einzelne Probleme wie Übergewicht in den Mittelpunkt zu rücken. „Wichtig ist auch, Eltern und Schule mehr einzubinden.“

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hatte kürzlich ebenfalls eine Reform der Vorsorgeuntersuchungen vom Kleinkind- bis ins Jugendalter gefordert. Wenn Kinder heute in eine Arztpraxis kommen, gebe es andere Probleme als vor 40 Jahren, hatte der Verband erklärt.

In der DAK-Untersuchung erklärte mehr als die Hälfte der Mediziner, dass sich der Gesundheitszustand der Kinder seit dem Jahr 2000 eher (51 Prozent) oder deutlich (4 Prozent) verschlechtert hat. „Mit 97 Prozent stellen fast alle befragten Kinderärzte fest, dass vor allem psychische Probleme und Verhaltensauffälligkeiten zugenommen haben“, hieß es. 55 Prozent sehen sogar einen „starken“ Anstieg.

Gerade bei Grundschülern zwischen sechs und acht Jahren treten viele Gesundheitsprobleme durch Übergewicht auf, sagten die Mediziner in der Umfrage. „95 Prozent der Kinderärzte stellen hier eine Zunahme fest.“ Auch motorische Defizite sowie Sprach- und Hörprobleme hätten zugenommen – diese Diagnosen würden am häufigsten bei den Drei- bis Fünfjährigen gestellt.


Erziehung: Nur wenige Väter betreuen ihre Kinder

(Schwäbische Zeitung 06.05.2011)

Acht Prozent der Elterngeldmonate im Kreis entfallen auf Väter

Biberach Eigentlich sollte das Elterngeld die klassische Rollenverteilung aufweichen, als es 2007 eingeführt wurde. Es wird nur dann für 14 Monate gezahlt, wenn auch der Vater mindestens zwei Monate zu Hause bleibt. Immerhin ein Viertel der Anträge auf Elterngeld kommen im Kreis Biberach inzwischen von Männern. Doch die meisten bleiben nur kurz zu Hause. 2010 haben 30 Väter im Kreis Biberach den Antrag gestellt, dass ihnen für ein Jahr Elterngeld gezahlt wird – und 1450 Frauen. Das hat die für die Auszahlung zuständige L-Bank für die Schwäbische Zeitung ausgewertet.

Deswegen ist Thomas Ruf eine Ausnahme. Er kümmert sich um seinen sieben Monate alten Sohn David, während seine Frau arbeitet. Dass ihm das nur wenige Männer gleichtun, zeigt sich darin, dass er als einziger Mann in der Krabbelgruppe sitzt und häufiger die Damentoilette besuchen muss, weil dort meist die Wickeltische stehen. Trotzdem sagt er, er sei über jeden Moment mit David froh – wenn er sieht, wie David lacht, wie er älter wird. „Das sind jetzt nur Momente, die man miteinander verbringt. Aber die bleiben ewig in Erinnerung.“

Ruf rät allen Vätern, möglichst viel Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Väterfreundlich sind die Strukturen in Biberach aber noch nicht, meint Josef Thanner vom Lokalen Bündnis für Familie. „Bei der Diskussion um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird immer an Mütter gedacht. Dabei müsste es um Eltern gehen.“ Das Betriebsklima sei immer noch vielerorts so, dass Väter gar nicht erst fragen, ob sie frei haben könnten, wenn ihr Kind krank ist. Zudem träfen viele Paare die Entscheidung um die Kinderbetreuung nach rein finanziellen Gesichtspunkten. „Frauen verdienen im Schnitt weniger. Deswegen ist die Entscheidung für viele klar.“ Insgesamt bedeutet das, dass acht Prozent aller beantragten Elterngeldmonate im Kreis Biberach 2010 auf Männer entfielen. Thanner glaubt, dass die Wertschätzung für die Kindererziehung zur Beibehaltung der althergebrachten Rollen beiträgt. „Erziehungsarbeit wird nicht so hoch geschätzt wie Erwerbstätigkeit“, meint er. „Mann und Frau müssen deswegen selbst davon überzeugt sein, dass es ihnen gut tut, die Kinderbetreuung aufzuteilen. Auch bei finanziellen Einbußen.“


Aktualisiert (Donnerstag, den 07. März 2013 um 12:58 Uhr)